Mauterndorf, 23.05.2016 – Mühltaler Bierpräsentation

Written by wordpressadmin on 15. Juni 2016

Mauterndorf, 23.05.2016 – Zu Fronleichnam wurde am Donnerstag dem 26. Mai 2016 im Jugendgästehaus Mauser-Mühltaler das „Mühltaler Bier“ präsentiert. Nach genau 100 Jahren wurde eine alte Lungauer Biermarke wieder zum Leben erweckt. Die drei Gründer, Christian Mauser –Urenkel des letzten Mühltaler Braumeisters, Dipl.-Ing. (FH) David Tscholl und Brunnenmeister Dieter Vierbach studieren seit 2014 berufsbegleitend im Studiengang „KMU Management & Entrepreneurship“ an der FH Salzburg. Die Idee der Wiederbelebung der Mühltaler Brauerei beschäftigte den Lungauer Christian Mauser bereits seit einigen Jahren – jetzt setzt er sie gemeinsam mit seinen Kommilitonen in die Realität um.

Aktiv für die Region Lungau

Die drei Gründer wollen sich nicht nur mit dem Projekt „Mühltaler Brauerei“ selbst verwirklichen, sondern auch aktiv die Region Lungau mit gestalten. Man will ein Signal setzen, dass der Lungau durchaus ein attraktiver und lebenswerter Standort ist.

„Ich bin im Lungau geboren und wie viele andere junge Menschen auch, zog es mich zwangsweise beruflich und ausbildungstechnisch in andere Regionen. So etwas belastet natürlich den Lungau und die Menschen, die darin leben. Deshalb ist es mir auch ein großes Anliegen mein erlerntes Wissen in meiner Heimat anzuwenden, um hier aktiv etwas zu verändern“, berichtet Christian Mauser, Biersommelier und zuständig für die Produktentwicklung.

Ein wichtiger Gesprächspartner für die Jungunternehmer ist dabei der Lungauer Biosphärenpark. Vom Biosphärenparkmanager Markus Schaflechner erhielten die Gründer bereits einige Ideen zum Thema Nachhaltigkeit im Lungau. Die Menschen sollen am Ende des Tages ein exzellentes Bier aus dem Lungau am Tisch stehen haben und verbesserte Zukunftsaussichten für die Region. Der Mut, wieder in den Lungau zu gehen und in der Region etwas zu unternehmen, ist ein starkes Signal.

 

Erster Schritt ist getan

Bei allen guten Vorsätzen, haben sich die drei angehenden KMU Management Profis natürlich mit den Herausforderungen ihres Projektes vertraut gemacht. Dafür haben sie sich ambitionierte Ziele gesetzt.

„Wir wollen Ende 2018 in Mauterndorf unsere eigene Brauerei bauen und eröffnen – dabei rechnen wir derzeit mit einem Investment von grob 2 bis 2,5 Millionen Euro“, sagt Dieter Vierbach, zuständig für Finanzen bei der Mühltaler OG.

Nun gilt es, sich mit Teilzielen dem großen Tag, der Eröffnung der eigenen Brauerei, zu nähern. Von diesem ambitionierten Ziel angetrieben, suchten die drei Gründer nach praktikablenLösungen:

„Neben der Finanzierung mussten wir auch eine Lösung für einen sanften Markteintritt finden. Die Lösung unseres Problems nennt sich Wanderbrauen. Dabei können wir uns in den Markt einbringen und uns, durch das Brauen in befreundeten Brauereien, auch die Professionalität des Brauereialltags verinnerlichen“, so DI (FH) David Tscholl, verantwortlich für Marketing bei der Mühltaler Brauerei OG.

Beim „Wanderbrauen“ bucht man sich bei mittelgroßen Brauereien ein und braut dort sein Bier. Der Wanderbrauer kann mit geringem finanziellen Risiko sein Bier brauen und die Brauerei kann ihre Anlage besser auslasten – eine klassische win-win Situation. In einer ersten Charge wurden 800 Liter Mühltaler Bier in Steinbach am Attersee gebraut. Abgefüllt wurde das „Mühltaler Edelmärzen“ in 25 l Fässern und in 0,33 l Flaschen für den Direktverkauf.

Rechtlich wurde die Mühltaler Brauerei OG mit Sitz in Mauterndorf im Mai 2016 gegründet. Die drei Gründer halten jeweils die gleichen Anteile. Die Mühltaler Brauerei OG wird ausschließlich als Wanderbrauerei tätig sein und das Projekt bis 2018 vorantreiben. Wenn sowohl Finanzierung, Standort und Akzeptanz des Produktes stimmen, soll frühesten 2018 im Lungauer Mauterndorf eine Brauerei gebaut werden. Die Mühltaler Brauerei OG soll danach in eine Kapitalgesellschaft umgewandelt werden.

Wie geht es weiter?

Schritt für Schritt und aus dem Cashflow heraus finanziert, wollen die drei Unternehmer erst mal wachsen und Erfahrungen sammeln. Dabei wollen sie die Lungauer Bevölkerung aktiv in diesen Entstehungsprozess mit einbinden. Meinungen, Wünsche und Ideen aus der Bevölkerung sind für die drei Brauer wichtige Inputs. Zukünftig sollen bzw. werden auch Rohstoffe aus dem Lungau zu Spezialbieren verarbeitet werden. Auch hier zählt die Devise „handeln statt reden“ und so hat die Familie Mauser in Mauterndorf kurzerhand ein 0,5 Hektar großes Versuchsfeld mit Braugerste angelegt. Diese soll noch in diesem Herbst in einer Mälzerei zu Pilsner Malz verarbeitet werden. Zeitgleich startet die Familie Mauser, in Zusammenarbeit mit den Mühlviertler Hopfenbauern, den Versuch Hopfen im Lungau anzubauen. Insgesamt wurden 28 Stangen dafür ins Erdreich geschlagen und werden im Sommer eine meterhohe Hopfenhecke bilden.

„Der Geldwert des Hopfens in dieser Mengengröße ist zwar vernachlässigbar, aber er ist landschaftsprägend und, wenn nächstes Jahr noch mehr Höfe Stangenhopfen anbauen, ein wunderbares Symbol für Zusammenarbeit. Als spezieller Lungauer Aromahopfen werden wir unser Bier damit verfeinern“, so Vierbach.

Sollte der Hopfen gedeihen, so möchte man weitere Bauern dazu anregen vielleicht auch einige Hopfenstangen auf, zu stellen. Ziel ist dabei nicht Geld zu verdienen, bei rund 300 g pro Stange wären dies nur wenige Euro, sondern Teil eines größeren Ganzen zu sein. Zum einen würden die Bauern so ein neues Landschaftsbild im Lungau prägen und zum anderen könnte man den eigenen Hopfen einmal in einem Mühltaler Spezialbier genießen. Das ist nur eine Idee wie der Lungau und seine Menschen mit eingebunden werden könnten. Der Kreativität möchten die drei Brauereigründer keine Grenzen setzen.

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